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Vereinsgeschichte & Aktivitäten


Die Vereinigung wurde am 20. März 1992 gegründet. In der ersten ordentlichen Mitgliederversammlung beschloß man die Satzung und wählte die Vorstandschaft samt zehn Beiräten für einzelne Wissenschaftsbereiche.
Dank der Kenntnisse des mittlerweile verstorbenen Oberbürgermeisters Dr. jur. Hans Hutter war die Erstellung einer vorbildlichen Satzung keine Schwierigkeit. Selbstverständlich wurde die Gesellschaft bald vom Amtsgericht Ingolstadt als gemeinnützig anerkannt.
Laut Satzung sind bei den Mitgliederversammlungen und auch zwischendurch u. a. Beschlußfassungen über Forschungen und wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie Veranstaltungen vorgesehen.
Im Jahr 1993 erschien der erste Berichtsband der Gesellschaft.
Den Namen Globulus für diese Bände übernahm man vom Globulus-Sinnspiel des Nikolaus Cusanus. In jenem als theologische Veranschaulichung dienenden Spiel ist eine halbkugelig ausgehöhlte Holzkugel so zu rollen, daß sie längs einer Spirale ins Zentrum von 10 konzentrischen Kreisen findet.
In den letzten Jahren fügte man die Versammlungen den Präsentationen des Globulus an, wodurch die zumeist sehr beschäftigten Mitglieder weniger belastet wurden.

Zunächst war eine Beschränkung auf die Region Mittelbayern, genauer auf die Gebiete um Ingolstadt, Eichstätt, Neuburg, Weißenburg, Beilngries (und Neumarkt sowie Hilpoltstein), vorgesehen. Doch bald kam auch von außerhalb Interesse, wobei zumeist die Bindungen zu Ingolstadt, Eichstätt usw. durch wissenschaftliche Betätigungen den Ausschlag gaben.

Die Haupttätigkeit besteht gegenwärtig in der Herstellung der Globulus-Bände, den Exkursionen und den Kontakten der Mitglieder. Gerade bei den Globulus-Vorstellungen treffen sich die Mitglieder und neue Interessierte, die nun Verbindungen zu Fachleuten knüpfen, um aus anderer Warte durch deren Wissen Impulse zu erhalten.
Die üblichen Vereine (Ärzteverbindungen, Astronomiegesellschaft, Physikalische Gesellschaft, Historische Vereine ...) können nämlich, wenn sie sich an den Sinn ihrer Gruppierung halten, inhaltlich nicht offen für alles sein.
Ein Problem hat auch unsere Gesellschaft zu spüren bekommen: Wie seit langem ist es immer noch schwierig, die Geistes- und die Naturwissenschaften redlich zusammenzuführen. Und dies ist eines unserer Hauptziele.

Auswahl bisheriger Unternehmungen

... der letzten Jahre, wobei nur das Neueste ausführlich belassen ist.
 

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1992-2001
  • Grenzsteine im Hochstift Eichstätt: Ausstellungen in Eichstätt, Eysölden. Berching, Spalt, Thalmässing, Herrieden, Abenberg u.a. 
  • Apian-Ausstellung in Ingolstadt, Leisnig/Sachsen, Neuburg/D. 

    Jubiläumsband noch erhältlich (Buchhandel, Polygon-Verlag)
     
  • Führung durch die physikalische Abteilung des Klinikums Ingolstadt 
  • Vorführung von GPS in der Landwirtschaft (Gut Wittenfeld) 
  • Besuch des Landesvermessungsamtes München 
  • Exkursionen: Ottmaringer Tal, Stepperg 
2002
  • 20. Oktober: Museum Maxberg und Altendorf (Geologie, Botanik, Kunstgeschichte)
2003
  • 10. Mai: Exkursion Roth: Schloss Ratibor, Abenberg, Spalt, Kalbensteinberg
  • 13. September - 30. November 2003: Ausstellung Konrad Kyeser in 6 Räumen des Stadtmuseums Ingolstadt. Beschreibung siehe www.ingolstadt.de/stadtmuseum/

    Bildnis Kyesers "in schlichter Hausbluse"
     
  • 10. Oktober: Pilzlehrwanderung Pietenfeld
2004
  • 18. Februar: Vortrag J. Bauch: Der Partnernaturpark Sierra Maria - Los Velez
  • 15. Mai: Exkursion in den südl. Landkreis Roth (Kirchen. Landwirtschaft, Archäologie usw.):
    Obermässing, Greding, Hausen, Hofberg, Landersdorf, Thalmannsfeld
  • 25. September: Höchstädt (Museum mit Ausstellung zur Schlacht 1704)
2005
  • 15. Januar: Versendung der Schrift "Grenz- und Merksteine" an die Mitglieder
  • 3. Juni: Vorstellung Globulus 11 und Mitgliederversammlung in Neuburg
  • 18. Juni: Exkursion in die Oberpfalz (Kirchen, Technik, Kunsthandwerk, Bergbau usw.):
    Seligenporten, Dietkirchen, Theuern, Hörmannsdorf
  • 15. Oktober: Exkursion Marxheim (Graisbach, Kirchenruinen, Lech, Schlachtfeld, Mozart, Schlösser usw.)
2006
  • 30. März: Vortrag Dr. K. Bauer "Fort Max Emanuel" im Barocksaal des Stadtmuseums Ingolstadt aus Anlaß des Jubiläums Ingolstadt
  • 27. Mai: Exkursion ins Ries (Geologie, Burgen, Schlacht, Synagoge, Ruine Übersfeld usw.):
    Mönchsdeggingen, Oettingen, Wallerstein, Ofnethöhlen, Hainsfahrt, Nördlingen
  • 31. Mai: Vortrag Dr. Krach "Libellen in Ingolstadt" im Stadtmuseum Ing. (Jubiläum)
  • 11. Oktober: Vortrag K. Röttel "Johannes Reuchlin" im Stadtmuseum Ing. (Jubiläum)
  • 14. Oktober: Exkursion Ellingen u. Umgeb. (Lateinschulen, Apothekenmuseum, Dt. Orden, Schlösser, Restaurierungen, Kirchen), Vorstellung Globulus 12 und Mitgliederversammlung
2007
  • 3. Januar: Beginn der Vorbereitungen für die Kyeser-Ausstellung 2008 in Eichstätt (Karl Röttel, Ewald Appel und Helmut Mahr)
  • 26. April: Vorstellung Globulus Sonderband 2 (Fort Max Emanuel, von Dr. Karl Bauer) in Ingolstadt
  • 19. Mai: Exkursion Schrobenhausen (Moos-Kultur, Besiedelung, Lenbach, Spargelmuseum, Kunst-Sonderausstellung, Schloß Sandizell, Wallfahrtskirche Inchenhofen usw.)
  • Mai: Sudetendeutscher Tag in Nürnberg: Fotoausstellung "Denkmäler des Kreises Mähr. Schönberg"
  • 15. September: Führung durch das Fort Prinz Carl, Katharinenberg

  • Das Fort VI des äußeren Festungsgürtels, nach dem bayerischen Generalfeldmarschall Karl Theodor Maximilian August Prinz von Bayern (* 7. Juli 1795 in Mannheim; † 16. August 1875 in Tegernsee), Bruder von Ludwig I., benannt, blieb als einziges Außenfort von den amerikanischen Sprengungen nach dem 2. Weltkrieg verschont. - Nicht nur die dunklen Gänge und Kasematten überraschen, sondern auch die Abmessungen mit mehreren 100 Metern im Geviert.
    Leider nagt an dem Bauwerk der Zahn der Zeit, nachdem es nach dem Krieg - obwohl militärisch inzwischen völlig unbedeutend - nur durch Zufall der Sprengung entging. Heute werden im großen Innenhof Kampfmittelfunde unschädlich gemacht, wodurch das Areal wenigstens benützt wird und so vor Vandalismus einigermaßen geschützt ist. Interessant ist es, wie sich die Natur auf den Wällen durch die Ansiedlung vieler Wiesenblumen wieder ausgebreitet hat. - Durch die ausgedehnten Anlagen führt der ehemalige Leiter der Liegenschaftsstelle Ingolstadt der Bezirksfinanzdirektion Johann Steiner.

  • 20. Oktober: Herbstexkursion nach Freising u. Umgebung
    Einladung: Über Allershausen und den Wippenhausener Wald (kurzer Fußmarsch) an der Amper geht die Reise nach Freising. - Dort Stadtrundfahrt zwischen den drei Hügeln Wehrberg, Lehrberg, Nährberg und zum ehemaligen Kloster Neustift der Prämonstratenser (heute Landratsamt) mit seiner Rokokokirche, die besichtigt wird. - Nach einem von Dr. J. E. Krach begleiteten Gang durch den herrlichen Pflanzgarten (Staudenversuchsgarten: Sortenvergleiche und Vergesellschaftung von perennierenden Pflanzen nach neuestem wissenschaftlichem Stand) zwischen den ehemaligen Klostergebäuden - vorbei am Gartenhaus "Salettl" mit Blick auf die Alpen und den Flughafen) ist Mittagessen im Bräustüberl Weihenstephan (Schweinsbraten, Wiege des Obatzten usw.).
    Sodann gelangen wir mit einem kleinen Verdauungsspaziergang durch die Alte Allee auf dem Domberg zur Kathedrale. Freising war bereits im Mittelalter ein bedeutendes Zentrum der Gelehrsamkeit; den Domberg schmückte man mit dem Ehrentitel des "mons doctus". - Führung durch den romanischen Dom St. Maria und St. Korbinian und Rundgang in der größten Krypta Bayerns. Besichtigung der Dombibliothek und des Kreuzganges. Kurzer Weg zum Dommuseum (dort u. a. Lukas-Ikone, Hodegetria-Elfenbeinarbeit sowie Darstellung des 300 Jahre alten Freisinger Mohrenkopfes. Vor der Rückfahrt (17 Uhr) ist Gelegenheit zu einer Kaffeepause im kleinen Café des Dommuseums.

2008
  • 26. Februar: Vorstellung Globulus 13 in Altmannstein
  • 21. Juni: Sommerstudienreise an den Starnberger und Ammersee

    Nicht alle Interessenten konnte der stattliche Bus für die Reise an Starnberger und Ammersee aufnehmen, zu dem die Freunde des WG, die Natur- und kulturwissenschaftliche Gesellschaft und die Katholische Erwachsenenbildung eingeladen hatten. Nach einer Besichtigungsfahrt durch Starnberg lernte man bei einem Spaziergang die Schloßanlage und den Park von Possenhofen kennen. Der Park war zu Zeiten "Sissis" dem einfachen Volk nicht zugänglich. Peter Howe, der die Frühjahrsexkursion leitete, gab über das tragisch endende Leben von Sissi sowie ihres Vaters, des Zither-Maxls, und der gleichfalls unglücklichen Schwester Sophie an deren heimatlichen Umgebung reichlich Auskunft.
     

    Peter Howe (links), der die meisten Exkursionen leitet, führte im Park Possenhofen
     
  • Der Besuch des Buchheim-Museums nördlich von Bernried im Höhenrieder Park am Ufer des Starnberger Sees bot einen einzigartiger Natur- und Kunstgenuß. Buchheims Museumskonzept vereint vier Sammlungen unter einem Dach: die berühmte Expressionistensammlung mit Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgraphiken, das Völkerkundemuseum, bayerische Volkskunst und Werke des Künstlers Lothar-Günther Buchheim. Aktuell konnte man in Sonderausstellungen Fotografien und Südseebilder von Buchheim bestaunen.
     

    Das Museum der Phantasie von Lothar-Günther Buchheim in Bernried am Starnberger See
     
    Vorbei ging es am Schloß, in dem der Duce del Fascismo Mussolini nach seiner Befreiung durch Deutsche vom Campo Imperatore im Gebirgszug Gran Sasso versteckt gehalten wurde.
     

    Zwei der bis 32 m weiten Parabolantennen sowie das Random der Erdfunkstation Raisting.
     
    Vor der Mittagsrast in Raisting warf man einen Blick auf die südlich liegenden Einrichtungen der Erdfunkstelle. Wie seit der Errichtung 1963 werden auch heute u. a. internationale Satellitenverbindungen abgewickelt. Von dieser größten Erdfunkstelle der Welt ist die Parabolantenne 1, die sich in einer kugelförmigen Traglufthalle, dem sogenannten Radom befindet, nicht mehr in Betrieb und seit 1999 Denkmal, das Technikfreunde erhalten. Im Sommer dient die Außenfläche des Radoms als Leinwand für ein Freilichtkino. Vorbei ging es auch am Schloß Hirschberg am Haarsee, in dem der Diktator Benito Mussolini nach seiner Befreiung vom Campo Imperatore (im Gran Sasso) versteckt gehalten wurde.

    Eine Führung von Frau Schneider in der Klosterkirche Andechs, zu der die Gruppe den Heiligen Berg hinaufstieg, machte mit der Geschichte der Andechs-Meraner und der Gründung sowie dem Leben des Klosters bis heute bekannt. Zum Beschluß der Studienreise statteten die Teilnehmer dem Marienmünster in Dießen einen Besuch ab. Wie Brun Appel darlegte, errichtete der bedeutende Barockbaumeister Johann Michael Fischer in den Jahren 1732-1739 dieses Gotteshaus für das Augustiner-Chorherrenstifts Dießen. Der eindrucksvolle Bau hat eine wundervoll festlich elegante Ausstattung. Der Hochaltar wurde von Francois Cuvilliés entworfen, die Deckengemälde von Johann Georg Bergmüller. Die Stukkaturen sind das Werk der Gebrüder Feichtmayr, eine Kanzel stammt von Johann Baptist Straub. Sehenswert sind auch die Altargemälde der Italiener Tiepolo und Pittoni sowie eine Petrusstatue des Erasmus Grasser.
      

    Brun Appel erläutert die Baugeschichte des Münsters
     
    Der eindrucksvolle Bau besitzt einen Hochaltar von Francois Cuvilliés, Deckengemälde von Johann Georg Bergmüller, Altargemälde der Italiener Tiepolo und Pittoni sowie eine Petrusstatue des Erasmus Grasser.
     

    Reiseteilnehmer vor dem Marienmünster Dießen
    LR Konrad Regler dankte dem sachkundigen Reiseleiter Peter Howe sowie dem Organisator Karl Röttel und lud für die nächste Exkursion im Herbst ein.
     
  • 19. September - 15. Oktober: Kyeser-Ausstellung

    im Foyer des Alten Stadttheaters Eichstätt, Residenzplatz
     
  • Nach der erfolgreichen großen Ausstellung 2003 in Ingolstadt und aus Anlaß des "Stadtjubiläums" (908 erhielt Eichstätt einige Rechte verliehen) gestaltete die NKG eine Bilder- und Modellausstellung. Konzept und Texte vom 2. Vorsitzenden der NKG Helmut Mahr, Modelle von Ewald Appel.

    Dampfbadeanstalt gegen Krankheiten auf Stelzen mit Blick ins Innere
     
    Der römische Gott Janus hatte zwei Gesichter. Als Schützer des Übergangs von einem Zustand zum anderen blickte er mit einem Gesicht in die Vergangenheit, mit dem anderen in die Zukunft. Genau so könnte man auch das Wirken Kyesers beschreiben. Wir wissen wenig über sein Leben, vieles ist noch unbekannt. Er wurde am 28. August 1366 in Eichstätt geboren. Aus seinem Werk erschließt sich eine klassische Bildung. Das Fundament dazu legte er wohl in einer Lateinschule in Eichstätt. Latein war damals Voraussetzung für ein Studium, für ihn wohl das der Medizin, wahrscheinlich an einer Universität in Italien. Vermutlich war er dort auch in diplomatischen Diensten tätig. 1396 nahm er an der Schlacht von Nikopol gegen die Türken teil. Zwischen 1402 und 1405 stellte er sein Werk "Bellifortis" ("Der Kriegsstarke) zusammen, das er am 23. Juni 1405 König Ruprecht von der Pfalz widmete. Als erste technische und kriegstechnische Handschrift in Deutschland wurde es im Laufe der Zeit ein europäischer Bestseller mit vielen Abschriften, die sich aber zum Teil in Aufbau, Text und Bebilderung durch zeitgenössische Erweiterung von Kyesers ursprünglicher Fassung unterschieden, seinen zugkräftigen Titel jedoch beibehielten. Die Auswirkungen dieses Werkes reichen weit. Kyesers Spuren finden sich noch in technischen und kriegstechnischen Werken des 17. und 18. Jahrhunderts. Sein Werk zeigt zwar nicht das technische Wissen seiner Zeit, denn Kyeser war kein Techniker. Er übernahm aber selektiv Kenntnisse aus der Vorzeit bis hin zu Vitruvs "De architectura" aus der Zeit des Kaisers Augustus und zeigte in verschiedenen Bereichen eine bemerkenswerte Weitsicht für die Zukunft. So nimmt er z.B. einen Taucher? und Kampfschwimmeranzug unserer Zeit vorweg, den er lange vor Leonardo da Vinci beschreibt, der bis heute aber als dessen Erfindung gilt. Erst die modernen Antriebsmittel ließen viele weitere Ideen Kyesers zur Wirklichkeit werden. Seine Rezepte aus Medizin und Chemie sind in ihrer Herkunft und Brauchbarkeit noch kaum erforscht, wie auch sonst seine Quellen und Nachwirkungen trotz einiger Ansätze noch weitgehend im Dunkeln liegen. Die "Bellifortis" genannte und 1405 entstandene Handschrift umfasst 10 Kapitel:
    - die Wagen
    - die Belagerungsgeräte
    - die hydraulischen Maschinen
    - die Hebemaschinen
    - die Feuerwaffen
    - die Verteidigungswaffen
    - die wunderbaren Geheimnisse
    - das Feuerwerk für den Krieg
    - Lustfeuerwerk
    - Hilfsmittel und Geräte für die Arbeit

    Viele der beschriebenen und dargestellten Gerätschaften, Fahrzeuge, Maschinen und Hilfsmittel gehen über die militärtechnischen Nutzungsmöglichkeiten weit hinaus oder sind gar ausschließlich für eine zivile Anwendung ausgelegt. Eigene Erfindungen, Kuriositäten, prunkvolle Illustrationen und auch utopisch zu nennende Vorschläge bereichern das Werk.

    Ein Ziel der Ausstellung war es, die Vielfältigkeit dieses Werkes herauszustellen und endlich in der Region Eichstätt Interessenten für Kyesers und seine Werk zu finden.

  • 19. Oktober: Reise ins Dachauer Land
    Auf dem Programm dieser Fahrt standen die Meißener Porzellan-Sammlung der Stiftung Ernst Schneider im Schloß Lustheim, das Luftfahrtmuseum in der Flugwerft Oberschleißheim (Propeller-, Strahl-, Segelflugzeuge, Senkrechtstarter, Fieseler, Heinkel, Europarakete usw.), Stadt und Schloß Dachau, Wallfahrtsstätte mit Heilquelle der Doktorbäuerin Amalie Hohenester bei Mariabrunn, Herkunftsburg Ottenburg der Hirschberger Grafen, Schloß von Goethes Verleger Cotta in Hohenkammer und Scheyern. Sie wurde in Pkws durchgeführt; ein anderer Verein übernahm das Programm kurze Zeit danach.
2009
  • 20. Juni: Exkursion Altdorf (Feucht Raumfahrtmuseum, Burg Grünsberg mit Stromer-Geschichte, Altdorf Univers.-Museum, Universität, Botanischer Garten, Klosterruine Gnadenberg, Freystadt usw.)

    Die Frühjahrsexkursion 2009 am 20. Juni galt einem Besuch des östlichen Nürnberger Umlandes. Obwohl zur Aufnahme der Neuburger und Ingolstädter vom Abfahrtsort Eichstätt (Volksfestplatz) aus ein Umweg in Kauf zu nehmen war, konnte die Reisegruppe neben dem vorgesehenen Programm zusätzliche Glanzpunkte erleben.

    Ein Gang durch das malerische Feucht führte zum Raumfahrtmuseum, das Hermann Oberth gründete. In seinem Buch "Die Rakete zu den Planetenräumen" (1923) hatte er die wesentlichen Elemente der gegenwärtigen Großraketen beschrieben, für den Film "Frau im Mond" von Fritz Lang (1929) arbeitete er zusammen mit dem Weißenburger Rudolf Nebel als wissenschaftlicher Berater. Aber nicht nur die Pionierleistungen Oberths und die seines Schülers Wernher von Braun sind zu besichtigen, sondern auch Originale von Raumfahrtanzügen über Raketendüsen und Weltallkugelschreiber bis zur Astronautennahrung werden gezeigt. Die Führung erinnerte an die Geschichte der Raumfahrt von der Sensationszeit ab 1957 bis zum kaum beachteten Alltag heute.

    Im sehr engen Eingangsbereich des jetzigen Raumfahrtmuseums. Rundgang in Feucht.
     


  • Hermann Oberth, bei einem Besuch Ingolstädter Fachoberschüler während der Abiturfahrt (14. Juni 1986), als das Museum noch im Schloß eingerichtet war.
     
    Die in einer Seitenschlucht des Schwarzachtales gelegene malerische Burg Grünsberg, ein bedeutendes kulturhistorisches Bauwerk, als zweite Station zeigte sich nun weitgehend restauriert. Aus dem Mund Rotraut von Stromer-Baumbauers, einer Nachfahrin der Stromer, die das Anwesen seit 1754 besitzen, erfuhr man, welche Rolle einzelne Familienmitglieder in der Geschichte der Reichsstadt Nürnberg spielten. Bekannt sind die von Peter Stromer d. Ä. ab 1368 entwickelten Nürnberger Nadelwald-Saaten, einer planmäßigen Aufforstungstechnik, durch die der Nürnberger Reichswald zum ersten Kunstforst der Welt und Stromer zum "Vater der Forstkultur" wurden. Im Hochstift Eichstätt errichtete man etwas später, d. h. 1783, eine Forstschule.

    Außerdem gehören zu den Verdiensten der frühen Stromer die Gründung der ersten deutschen Papierfabrik Gleismühl 1389/1390, die Verbringung der Reichskleinodien nach Nürnberg, die Errichtung der Fleischerbrücke, die der Rialto-Brücke in Venedig nachgebaut ist sowie vor hundert Jahren paläontologische Forschungen in Ägypten. Ernst Stromer von Reichenbach war im Jahre 1911 in Ägypten angekommen und hatte sich mit einer Kamelkarawane bis in die Bahariya-Oase 390 Kilometer südwestlich von Kairo durchgeschlagen. Dort spürte er die fossilen Überreste eines einmaligen Ökosystems auf, das während der oberen Kreidezeit die Küstenlinie gebildet haben muß. 40 neue Gattungen von Fischen, Krokodilen, Dinosauriern und anderen Tieren beschrieb er, darunter drei räuberische Dinoarten von der Größe des Tyrannosaurus und einen Pflanzenfresser, den er als Aegyptosaurus bezeichnete.

    Im Schloß selber stechen vor allem die Mondscheibenfenster von 1720 und der Stuck von Donato Polli hervor. Zum Abschluß hatte die amtierende Burgherrin und Administratorin der Stromer-Stiftung zu einem "Frühschoppen" mit erlesenem Frankenwein und Brezeln geladen. Diese Abrundung in der Atmosphäre des Innenhofes hatte man Peter Howe zu danken, der infolge seiner Beziehungen zu bayerischen Schlössern und Burgen viele der Eigentümer kennt.

    "Weinprobe" im Innenhof von Schloß Grünsberg
     
    Der restliche Vormittag war der behaglichen Innenstadt Altdorfs und den Räumlichkeiten der ehemaligen, aus dem Barock stammenden Nürnbergischen Universität gewidmet. Eine Bedienstete der Rummelsberger Anstalten, die hier in mehreren Häusern untergebracht sind, gestattete den Einblick in sonst unzugängliche Teile der vollständig erhaltenen Gebäudesubstanz. Die Universität Altdorf wurde 1809 von König Maximilian I. Joseph geschlossen. Beim Besuch der Räumlichkeiten erfuhr man auch von den Schwierigkeiten, die der auf die Gegenreformation eingeschworene Ferdinand II. den evangelischen Nürnbergern bei der Gründung ihrer Universität bereitete, insbesondere von den geforderten finanziellen Gegenleistungen.
     

    Innenhof der Universität, in dem die Sitzreihen für die Wallensteinfestspiele aufgebaut waren.
     
    Der erste Besuch nach dem Mittagsmahl galt dem reichhaltigen Universitätsmuseum, das vor einem Jahrzehnt geschaffen wurde und in dem man das Leben der einst dort Lehrenden und der oftmals unbraven Studenten wie Wallenstein nachempfinden konnte. So zitiert Hans Recknagel in seiner Schrift "Die Nürnbergische Universität Altdorf": "Den 7. decembris klagte H. D. Schopper propter nocturnam actionem ante aedes suas (wegen nächtlichen Tumults vor seinem Hause). Die thätter dieser action sind geweßen nach vielgehabter mühe: Freiher von Waldstein, Sebisch, Jaroslaus Socolinski, Johannes de Lopes et famulus, qui aufugit (welcher entfloh)."
    Im Brief des Rats vom 12. 1. an Rektor Taurellus und den Pfleger Roggenbach wird Wallensteins Mitschuld präzisiert, daß er "in der kurtzen Zeit her, so er zu Altorff gewesen und studirn sollen, sich in mancherley weiß allerley unruhe und muetwillens unterstanden, Insonderheit auch bey angeregten ableib das seinige gethan, da er billig den Thetter von seinem bösen vorhaben mehr abhalten helffen sollen."

    Daneben wird auch auf mehrere der wissenschaftlichen und technischen Leistungen der in Altdorf Wirkenden hingewiesen. Herausragend sind die Arbeiten des Chirurgen Lorenz Heister, der Mathematiker Johann Praetorius und Daniel Schwenter sowie die Erfindungen des Hilpoltsteiner Experimentalphysikers Johann Christoph Sturm. Von Sturm (1635-1703) erschien 1685 eine Abhandlung zur Integration der Parabel Quadratura Parabola. 1689 veröffentlichte er Mathesis enucleata, in der er u. a. versuchte, die Bogenlänge der archimedischen Spirale zu bestimmen. Sturm war auch Herausgeber von zwei Büchern zum Werk des Archimedes: "Des unvergleichlichen Archimedes Sand-Rechnung." Nürnberg, in Verlegung Paulus Fürstens, 1667.
    "Des unvergleichlichen Archimedes Kunst-Bücher, oder Heutigs Tags befindliche Schriften, aus dem Griechischen in das Hoch-Deutsche übersetzt, und mit notwendigen Anmerkungen durch und durch erläutert." Nürnberg, in Verlegung Paulus Fürstens, 1670.
    Sturm vollzog den Wechsel zu den Lehren Galileis und Keplers mit, verbesserte wissenschaftliche Geräte wie Luftpumpe, Camera Obscura und Toricellische Röhre und skizzierte das Differentialthermometer. Besonders bekannt wurde Sturm für die regelmäßige Durchführung seines Collegiums experimentale ab 1672, dessen geschickt ersonnene Versuche er auch in zwei Bänden veröffentlichte. 1697 erschien in Nürnberg Sturms Physica electiva sive hypothetica, eine philosophische Begründung der eklektischen Methode in der Physik. Mauritius Hoffmann entdeckte als Medizinstudent den Ausgang der Bauchspeicheldrüse. Von den Botanikern sind der wissenschaftliche Mitarbeiter Beslers Ludwig Jungermann und Christoph Jacob bekannt geblieben.

    Die "Sandrechnung" von Archimedes, Nürnberg 1667, herausgegeben von Chr. Sturm.
     
    An der Sandsteinmauer des einstigen Hortus Botanicus Universitatis Altdorfinae aus der Zeit um 1700 haben sich Studenten verewigt. Die meisten Gewächse jenes Gartens wurden nach Schließung der Universität unter dem Pharmazeuten Benedikt Christian Vogel in den neuen Botanischen Garten der Universität Erlangen verbracht. Das rekonstruierte Doktorgärtlein unmittelbar am Museum macht mit den früher hier angepflanzten 247 Heilpflanzen bekannt.

    Im Doktorgärtlein
     
    Ende der Liste der Pflanzen in Altdorfs Hortus Botanicus:
    237 Wiesen-Knöterich - Polygonum bistorta - Natter-Wurtz
    238 Wiesenraute - Thalictrum speciosum - Wiesenraute
    239 Wiesensalbei - Salvia pratense - Wilde Salvey oder wilder Scharlach mit sattbraunen Blumen
    240 Wiesen-Storchschnabel - Geranium pratense - Weiß groß Storch-Schnabel
    241 Wilder Baldrian - Valeriana sambucifolia - Gemein Baldrian
    242 Wilder Majoran - Origanum vulgare - Dosten oder gemeine Wolgemuth
    243 Wohlriech. Veilchen - Viola odorata - Brauner einfacher Mertzen-viol
    244 Wunderbaum - Ricinus commmunis - Groß Wunderbaum / Türckischer Hanf oder Zeckenkörner
    245 Wunderblume (rosa Blüten - Mirabilis japala - Gescheckte Indianische Blume mit rothen und weissen Flecken
    246 Ysop - Hyssopus officinalis - Blauer Hyssop
    247 Zwiebeltrag. Zahnwurz - Dentaria bulbifera - Frembd Zahnwurtz

    Der Hortus Botanicus einst.
     
    Im Ort Gnadenberg überwältigte die Monumentalität der größten Kirchenruine Deutschlands, deren Gründung, architektonischen Aufbau und Verfall Peter Howe darlegte. Die Hallenkirche mit gotischem Maßwerk ist aus braunem Sandstein gefertigt. In der Kirche des um 1430 errichteten ersten deutschen Birgittenklosters stand ein 1478 von Barbara Lemlin aus Marienstein mit Unterstützung des Suffragans Leonhard von Eichstätt und des Klosterkaplans Magister Johann Eberhard gestifteter Altar und befindet sich heute noch das lebensgroße Epitaph des 1466 verstorbenen Ritters Martin von Wildenstein.

    Reiseteilnehmer in der der 70 mal 37 Meter großen Kirchenruine Gnadenberg.
     
    Die gewaltige Gottesburg in Freystadt, wie sie der Kunstkenner Andreas Bauch stets apostrophierte, stand als letzter größerer Punkt auf dem Programm. Lorenz Zellner stellte nach einem Ausblick in die Weltreligionen detailliert den Werdegang der dortigen Wallfahrt, die mit der Errichtung einer kleinen Kapelle aus Holz und Lehm durch die beiden Hirtenbuben Hans Popp und Hans Steinmetz begann, die geschehenen Wunder, das Konzept der Fresken, die Einordnung des imposanten Oktogonbaues in die Architekturgeschichte und die beteiligten Meister vor, zu denen Hans Georg Asam mit seinen Söhnen Cosmas Damian und Egid Quirin, Pietro Francesco Appiani und Giovanni Antonio Viscardi zählen. Der für den bayerischen Barock maßgebende Zentralbau der Wallfahrtsstätte, dessen Bauherr der Oberamtsinhaber Ferdinand Lorenz Franz Xaver Graf Tilly war, entstand zwischen 1700 und 1710 in direktem Einfluß von Berninis Kirche zu Castelgandolfo. Tilly war Nachkomme des Generals Johann t'Serclaes Graf von Tilly, der mit reichen Pfründen in der von Bayern eroberten Oberpfalz belehnt worden war.
  • 12. September: Eröffnung der Ausstellung "Dendrochronologie" im Informations- und Umweltzentrum des Naturparks Altmühltal in Eichstätt
    Eine ausführliche Beschreibung beihaltet der Beitrag im Globulus 14 unseres Mitglieds Johann Bauch, der die Ausstellung auch konzipierte.
  • 17. Oktober: Herbstexkursion nach Dillingen
    Die Studienreise führte über Nassenfels (Zusteigemöglichkeit) und Neuburg nach Donauwörth. Nach einem Museumsbesuch samt Weinprobe mit Prinz-Eugen-Auslese in Blindheim zeigte Peter Howe die Stelle bei Höchstädt, an der er eine historische Feldschmiede entdeckt hatte. Es folgen die Oblatenfabrik Wetzel und eine Altstadtführung mit Besichtigung der Studienkirche und des Goldenen Saales in Dillingen. Am Nachmittag ging es durch Lauingen zu den Römergebäuden in Faimingen. Die Rückreise widmete sich der Besichtigung des Stadtkerns von Rain mit Tillydenkmal und der Betrachtung der Altstadtsanierung Donauwörths.
  • 2. November Eröffnung der Archaeopteryx -Ausstellung in Solnhofen
    In der ersten Novemberhälfte 2009 konnte man im Bürgermeister-Müller-Museum in einer einzigartigen Sonderausstellung vier Exemplare des Urvogels Archaeopteryx im Original bewundern. Ein Exemplar, das aus den USA nach München und anschließend nach Solnhofen gekommen war, ging anschließend über den Atlantik zurück. Organisator war unser Mitglied Dr. Martin Röper.

2010
  • 5. März: Vorstellung des Bandes Globulus 14 im ehemaligen Kloster in Kösching.
2011
2012
  • Mitgliederversammlung
  • Versammlung erw. Vorstand Versammlung Festausschuß u. a.
  • Versammlung erw. Vorstand Versammlung Festausschuß u. a.
  • Versammlung erw. Vorstand 
  • Exkursion München Neues Schloß Schleißheim Porzellan-Museum Lustheim Garching (Forschung) Haus Thomas Mann Bogenhausen Friedhof Bogenhausen Sternwarte Gaststätte: Hofbräukeller Stadtrundfahrt Hofgarten
  • Versammlung erw. Vorstand 
  • 20-Jahr-Jubiläum im Stastmuseum Ingolstadt Begrüßung: Frau Bürgerm. Brigitte Frauenknecht (Beilngries) Einführung: Dr. Krach Anspruch und Bilanz der NKG (Röttel) Festvortrag Frau Prof. Christa Habrich: Zur med. Bedeutung der Lärche (Baum des Jahres) Empfang
  • Vorstellung Globulus 16 in Beilngries  Frau Prof. Habrich führt Produkte des Lärchenbaumes vor. 


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